Tipps für einen „sprachlich unfallfreien“ Wiesnbesuch

Ganz wichtig: der Münchner, der geht auf die „Wiesn“, nicht auf die „Wiese“ und auch nicht auf den „Wiesen“ oder die „Wiesen“! Wie ihr schon im Blogbeitrag „Warum heißt die Wiesn eigentlich Wiesn“ gelernt habt, heißt das Gelände „Theresienwiese“ und wurde nach Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen benannt. Jetzt einfach den bayerischen Singular verwenden – perfekt! Übrigens: auch ein Apostroph („Wies’n“) hat im Wort „Wiesn“ gar nichts verloren!

Noch viel wichtiger: dieses große Gefäß, das mit einem Liter Bier gefüllt ist, heißt „Maß“.  Gemerkt: auf der Wiesn bestellt man bei der Bedienung eine Maß mit „ß“. Das spricht man so aus, dass es sich auf „Fass“ reimt, also immer ein kurzes „a“ in der Mitte. Außerdem ist die Maß immer weiblich. Alle anderen, teils sehr schrecklichen, Schreib- und Sprechweisen von „Mass“ über „Maaß“ bis „Mars“ sind schlicht und ergreifend falsch. Denn „Mars“ gibt’s an der Tankstelle!

Und was gibt’s zum Bier? Genau! Eine „Brezn“! Diese Brezn ist riesig, deshalb sollten Verniedlichungen, wie „Brezel“ oder „Brezl“ vermieden werden.

Bis Drei zählen, kann jeder und muss auf der Wiesn auch jeder können, denn bis zur Drei reicht das bekannte Kommando, das in regelmäßigen Abständen von der Band ans Publikum geht. „Oans, zwoa, drei, gsuffa!“ heißt übersetzt so viel wie: „Eins, zwei, drei, getrunken!“. Was das für euch heißt: Trinken!

Vor dem Kommando „Oans, zwoa, drei, gsuffa!“ kommt übrigens das berühmte Lied „Ein Prosit der Gemütlichkeit“. Hier hält man die Maß einfach nach oben, schunkelt mit und stößt (bitte vorsichtig!) mit seinen Tischnachbarn an. Aber Vorsicht: beim anstoßen selbst, heißt es dann „Prost!“ und nicht „Prosit!“.

Ein letzter Tipp, für einen Wiesnbesuch:

Vielen Besuchern fehlt immer etwas und das ist der Sitzplatz. Empfehlenswert sind deshalb Besuche unter der Woche, zum Beispiel vormittags. Aber auch auf der Wiesn gibt es gewisse Anstandsregeln. Man sagt „Hallo“ und „Tschüss“, so wie im richtigen Leben. Also bitte nicht einfach hinsetzen ohne ein „Muh oder Mäh“. Wenn ihr also so durch den Biergarten oder durchs Zelt schlendert, fragt doch einfach nett: „Servus, ist da noch a Platzerl frei?“ Das geht natürlich auch auf Hochdeutsch oder in jeder anderen Sprache. Hier geht es einfach nur um die Höflichkeit. Immerhin verbringt ihr ja dann die nächsten Stunden mit euren Tischnachbarn.

Übrigens: Diese „Höflichkeit“, manche nennen es auch „Selbstverständlichkeit“, sollte man auch unterm Jahr im Biergarten anwenden!

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