Warum wir die Wiesn so sehr lieben?

Es sind nun noch 19 Tage bis zum 183. Oktoberfest. Dann darf ich endlich wieder in mein schiaches schwarzes Arbeitsdirndl schlüpfen, die Laufschuhe anziehen und 17 Tage als Bedienung arbeiten.

I gfrei mi narrisch drauf… aber warum eigentlich?

Wenn ich über die Arbeit auf der Wiesn spreche, habe ich plötzlich ein Strahlen auf dem Gesicht und meine Augen beginnen zu leuchten. Ich fange dann an, Geschichten aus den letzten Jahren zu erzählen und kann – zum Bedauern meiner Freunde, die nicht dort arbeiten – gar nicht mehr aufhören.
Für viele ist es total unverständlich, dass ich mich so auf die Wiesn freue, da die Arbeit auf dem Oktoberfest bekanntlich ein Knochenjob ist und man als Bedienung alle menschlichen Abgründe erlebt, die man sich nur vorstellen kann.

Beim gestrigen Abendessen mit meiner besten Freundin, Wiesn-Mitbewohnerin und – Kollegin Martina, haben wir versucht diesem Phänomen auf den Grund zu gehen: Warum genau lieben wir die Wiesn so sehr und warum freuen wir uns so unglaublich darauf, dort (wieder) zu arbeiten?

Die Wiesn ist ein Gefühl. Dieses Gefühl kommt dem Verliebt sein schon sehr nah… Klingt komisch, ist aber so!

Wenn ich am ersten Tag – vollgepackt mit Schlitten, Eimer, Wischer, Rucksack – zusammen mit Martina zur Wiesn radle und wir das erste Mal den kleinen Hügel an der alten Messe herunter laufen, wird mein Puls schneller und ich habe ein Kribbeln im Bauch. Wenn wir dann an den wartenden Menschenmengen vorbei, zu unserem geliebten Augustiner-Zelt laufen, steigt die Vorfreude ins Unermessliche.

Das erste Mal vor allen Gästen in der leeren Festhalle zu stehen, ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Leere Festzelte haben etwas von Kathedralen – mächtig und wunderschön.

FZ

Das erste Wiedersehen mit den Kollegen, das erste Mal Anstehen, die 12 Böllerschüsse und das darauffolgende Anzapfen.

Das super Team, das Klima und der tolle Zusammenhalt. Die besten Kollegen, die dich motivieren, wenn du einen schlechten Tag oder gar den berühmten „Wiesn-Koller“ hast und die auch im größten Stress zu Scherzen aufgelegt sind. Der gemeinsame Absacker bei „Bodos“, um auf den Tag anzustoßen. Die vielen neuen Menschen, die man täglich kennen lernt und die dazu gehörigen Geschichten.

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Die – fast täglichen – Besuche von den liebsten und besten Stammgästen, die dir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern. (Ein ganz besonderer Dank geht hier natürlich an den Stammtisch! Ohne EUCH wäre die Wiesn nur halb so schön! )

 

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Das Heimkommen in die Wiesn-WG und das Zusammensitzen, um den ereignisreichen Tag Revue passieren zulassen.

Es ist einfach alles und vor allem das Gefühl ein Teil des Ganzen zu sein…. auf eine friedliche Wiesn 2016!

 

 

 

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